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Dossier

Physiognomik und Ideologie: zu Moreau de la Sarthes Lavater-Ausgabe

Physiognomonie et idéologie. Autour de l’édition de Lavater par Moreau de la Sarthe
Martial Guédron
Traduction de Nicola Denis
p. 54-63
Cet article est une traduction de :
Physiognomonie et idéologie. Autour de l’édition de Lavater par Moreau de la Sarthe [fr]

Texte intégral

Lavater in Frankreich

  • 1  Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente. Zur Beförderung der Menschenkenntnis und Mensche (...)
  • 2  Johann Caspar Lavater, Von der Physiognomik, Leipzig: Bey Weidmanns Erben und Reich, 2 Bd., 1772.
  • 3  Johann Caspar Lavater, Essai sur la physiognomie, destiné à faire connaître l’homme et à le faire (...)
  • 4  Johann Caspar Lavater, Essays on physiognomy, for the Promotion of the Knowledge and the Love of M (...)

1Johann Caspar Lavater, Pfarrer, mystischer Prediger und von Johann Jakob Bodmer, Friedrich Gottlieb Klopstock und Jean-Jacques Rousseau beeinflusster Volksdichter, hat sich in Frankreich vor allem mit der Veröffentlichung seiner Physiognomischen Fragmente Einfluss verschafft. Die deutsche Erstausgabe umfasste vier Bände mit einem eklektischen, fragmentarischen Inhalt, dazu zahlreiche Lehrtafeln, Vignetten, die verschiedensten Tier- und Menschenköpfe sowie Porträt- und Profilsilhouetten von Daniel Chodowiecki, Franz Gabriel Fiesinger, Johann Heinrich Lips, Johann Rudolf Schellenberg und Georg Friedrich Schmoll1. Ihre Veröffentlichung bestätigte das wiedererwachte Interesse an jener divinatorischen Tradition, die in Frankreich durch den ehemaligen Benediktinermönch Antoine-Joseph Pernety, Mitglied der Königlich-Preussischen Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften, vertreten wurde, der in seinen Arbeiten den moralischen Menschen aus dem physischen heraus erklärte. Lavater hatte bereits erste Vorüberlegungen zur Idee, zur Wissenschaftlichkeit und zum Nutzen der Physiognomik publiziert2. Später sah er eigenhändig die zwischen 1781 und 1787 in Den Haag erschienene französische Übersetzung der Physiognomischen Fragmente durch3, eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe des ursprünglichen Textes, auf die sich im Folgenden auch Henry Hunter bei der Übersetzung für die von Thomas Holloway organisierte englische Ausgabe stützen sollte4.

  • 5  In Deutschland wurden Vorbehalte gegen Lavaters Theorien geäußert, so etwa in Göttingen unter der (...)

2 Mit ihrer aufwendigen Ausstattung waren diese drei ersten Editionen auf große Bibliotheken und vermögende Liebhaber zugeschnitten. Bei der französischen Fassung handelte es sich um ein reich illustriertes Quartformat: Obwohl Lavater des Französischen mächtig war und es zum Beispiel in seiner Korrespondenz benutzte, stammte die Übersetzung aus dem Deutschen von dem gelehrten Diplomaten Antoine-Bernard Caillard, der dabei von Marie-Élisabeth Bouée de La Fite, Verfasserin von Büchern zum Thema der Erziehung, und von Henri Renfner, einem in der preußischen Botschaft in Den Haag beschäftigten Übersetzer, unterstützt wurde. Lavaters Ziel war es, die Physiognomik mit einer neuen wissenschaftlichen und moralischen Grundlage zu versehen, um sie von dem anrüchigen Etikett einer divinatorischen Kunst zu befreien5. Das Grundprinzip ist bekannt: Der Physiognomiker stützt sich auf die von seinen Sinnen diktierten Schlüsse und Analogien, um die Gestalt des menschlichen Körpers, besonders die Kopfformen, zu den Neigungen und Fähigkeiten der untersuchten Individuen in Bezug zu setzen.

  • 6  Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, Bd. 1., op. cit., S. 45.

»Es ist dieß, […] der erste, tiefste, sicherste, unzerstörbarste Grundstein der Physiognomik, daß bey aller Analogie und Gleichförmigkeit der unzähligen menschlichen Gestalten, nicht zwo gefunden werden können, die, neben einander gestellt und genau verglichen, nicht merkbar unterschieden wären. Nicht weniger unwidersprechlich ists, daß eben so wenig zween vollkommen ähnliche Gemüthscharacter, als zwey vollkommen ähnliche Gesichter zu finden sind. […] daß diese äußere Verschiedenheit des Gesichtes und der Gestalt mit der innern Verschiedenheit des Geistes und Herzens in einem gewissen Verhältnisse, einer natürlichen Analogie stehen müsse6

3Beherrscht man die ursprüngliche Sprache der Natur, so wie sie sich auf dem Gesicht abzeichnet, kann man darin lesen wie in einem offenen Buch. Um sich diese Sprache anzueignen, gilt es ihr Alphabet zu erlernen, also die unterschiedlichen Schädelformen, Profile, Stirnen, Augen, Ohren, Nasen, Münder und Kinnpartien zu analysieren.

  • 7 Pierre Serna, »Le noble«, in: Michel Vovelle (Hg.), L’Homme des Lumières, Paris: Le Seuil, 1996, S. (...)
  • 8  Paul-Armand Challemel-Lacour, »Guillaume de Humboldt«, Revue germanique et française, Bd. 27, 1863 (...)

4Mit seiner Verknüpfung aus mythischen und volkstümlichen Glaubensinhalten, aus abergläubischen Vorstellungen und gelehrten Diskursen, ästhetischen Erwägungen, treffenden Beobachtungen und naiven Erläuterungen zu den moralischen Implikationen der unterschiedlichen Körperteile beeindruckte Lavater die französische Leserschaft nachhaltig. Zunächst fanden seine Theorien im Milieu des Adels Verbreitung, der im ausgehenden Ancien Régime hierin eine Möglichkeit sah, sein Ideal einer angeblich vererbbaren körperlichen und moralischen Distinktion zu bekräftigen7. Doch die anhaltende Begeisterung strahlte auch auf literarische und künstlerische Kreise aus: Schriftsteller wie Louis-Sébastien Mercier, Madame de Staël, François-René de Chateaubriand, Étienne Pivert de Senancour, Stendhal, Honoré de Balzac, George Sand und Charles Baudelaire oder Künstler wie Anne-Louis Girodet, Jean-Jacques Lequeu, Louis-Léopold Boilly, Grandville, Pierre-Jean David d’Angers und Honoré Daumier zeigten sich empfänglich für die vermeintlichen Verbindungen zwischen äußerer Erscheinung, Seelenleben und gesellschaftlichem Verhalten. 1863 hinterfragte Paul-Armand Challemel-Lacour in einem Aufsatz über Wilhelm von Humboldt in der Revue germanique et française »dieses Rätsel namens Lavater, der sich, in seiner Zeit zu Recht verspottet, durch ein glückliches Geschick bei uns ungebrochener Beliebtheit erfreut und Gegenstand einer eher schwärmerischen denn aufgeklärten Bewunderung ist8«.

  • 9  Jean-Joseph Süe, Essai sur la physiognomonie des corps vivants considérée depuis l’homme jusqu’à l (...)
  • 10  François Cabuchet, Essai sur l’expression de la face dans l’état de santé et de maladie, Paris: (...)

5Diese Feststellung sollte jedoch etwas differenzierter betrachtet werden. Die große Resonanz, die Lavaters Physiognomik in Frankreich erfuhr, beschränkte sich nicht allein auf literarische, künstlerische und adlige Kreise. 1797 veröffentlichte Jean-Joseph Süe der Jüngere, ein Chirurg, der zusammen mit seinem Vater am Hôpital de la Charité arbeitete und gleichzeitig als Professor für Anatomie an der École des Beaux-Arts tätig war, ein kurioses Buch, in dem die morphologischen und mimischen Unterschiede der Lebewesen nach einem Ansatz untersucht werden, in dem der Einfluss Lavaters mit dem neuen, von Xavier Bichat propagierten klinischen Blick kombiniert wurde9. Fünf Jahre später legte François Cabuchet, ein Schüler Bichats, seine medizinische Doktorarbeit vor, in der er die These aufstellte, dass der Arzt das Gesicht im gesunden wie im kranken Zustand erforschen und sich dabei auf die Anatomie, die jüngsten Errungenschaften der Physiologie und die Werke der bedeutendsten Künstler stützen müsse10.

  • 11  Vgl. Johann Caspar Lavater, Essai sur la physiognomie, op. cit., t. III, 1803.
  • 12  Vgl. Johann Caspar Lavater, L’Art de connaître les hommes par la physionomie, nouvelle édition, co (...)
  • 13  In der Den Haager Ausgabe kann der Leser am Ende der einzelnen Bände auf ein alphabetisches Verzei (...)

6Der vierte und letzte Band der ersten französischen Lavater-Übersetzung war mit einer erheblichen Verzögerung erst 1803 erhältlich11. Bereits ab 1806 ließen sich allerdings die ersten Bände einer neuen, von Jacques-Louis Moreau de la Sarthe herausgegebenen Lavater-Ausgabe als Subskriptionsexemplare bei Prud’homme in Paris und in mehreren europäischen Buchhandlungen erwerben12. Abgesehen vom Titel und einigen wenigen Anpassungen stützte sie sich auf den französischen Text der Vorgängerausgabe, verfolgte in ihrem Ansatz jedoch eine andere Logik: Sie umfasste einen kritischen Anmerkungsapparat, ein Inhaltsverzeichnis und einen von dem Chirurgen Pierre Süe, Bibliothekar an der École de Santé und Cousin von Jean-Joseph Süe dem Jüngeren, angelegten Index mit Personennamen13. Diese Fassung in einem erschwinglicheren Oktavformat bewegte sich an der Schnittstelle zwischen der Lavater‘schen Physiognomik und den im frühen 19. Jahrhundert aufkommenden neuen Analysemethoden des Körpers.

Ein philosophischer Arzt

  • 14  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, Notice sur la vie et les ouvrages de Lavater, Paris: imprimerie (...)
  • 15  Franz Joseph Gall, ein für die »Kranioskopie« oder Phrenologie berühmter deutscher Arzt, behauptet (...)

7Moreau de la Sarthe versuchte, den Inhalt neu zu ordnen und Querverbindungen zwischen den vermeintlich zufällig angeordneten Fragen aufzuzeigen, ohne dabei Lavaters Text oder die Originalabbildungen zu beschneiden. Er stellte fest, dass Lavater, der weder Physiologe noch Arzt oder Naturforscher war, manche Themen nur oberflächlich und vor dem Hintergrund eines von der religiösen Metaphysik geprägten Menschen- und Weltbildes hatte behandeln können. Der erste Band enthielt historische Angaben zu Lavater, die sich auf das Buch L’Éloge de Lavater comparé à Diderot des Schweizers Jacques-Henri Meister stützten. Dieser 1814 noch einmal separat publizierte Text14 zeichnet ein Porträt des Begründers der modernen Physiognomik, präsentiert seine Werke nebst den wichtigsten Ereignissen seines Lebens und würdigt seinen Enthusiasmus, seine Philanthropie, seine rege Fantasie sowie seine Wertschätzung der Künste. Auf eine Anmerkung der Herausgeber folgt ein knappes Dutzend kleiner Überblicksstudien, die mit der Behandlung folgender Themen bereits auf die späteren Bände vorgreifen: das Wesen der Leidenschaften, groteske und entstellte Physiognomien, die Physiognomik im Allgemeinen, das Verhältnis zwischen Körper und Seele, die intellektuellen Physiognomien, die moralischen Physiognomien, das System von Franz Joseph Gall15, die Physiognomien unterschiedlich alter Frauen, die idealen Physiognomien und ihre Schönheit, die vergleichende Physiognomik und das System des italienischen Universalgelehrten Giambattista della Porta, die organischen Physiognomien, das Verhältnis der Physiognomik zur Malerei sowie die Geschichte und Philosophie der Physiognomik.

  • 16  Jean-Nicolas-Pierre Hachette, Correspondance sur l’École impériale polytechnique, Paris: J. Kloste (...)
  • 17  Vgl. Johann Caspar Lavater, « Avertissement », in L’art de connaître les hommes par la physionomie (...)

8»Unter Aufsicht« François-André Vincents fertigte Pierre-Nicolas Ransonnette etwa sechshundert Stiche zu den Texten an. In vielen Fällen handelte es sich dabei um Reproduktionen der Originaltafeln. Die neu hinzugekommenen Abbildungen betrafen die Ergänzungen zur Gesichtsanatomie, das Wesen der Leidenschaften, die Parallelen zur Tierwelt sowie die Forschungen von Pieter Camper, Johann Friedrich Blumenbach und Franz Joseph Gall. Überzeugt von der didaktischen Wirksamkeit der Stiche mit einfachen Umrisslinien, sorgte Moreau de la Sarthe dafür, dass die meisten Tafeln in dem von François-André Vincent empfohlenen linearen Stil gestaltet waren. Tatsächlich kannte sich Vincent gut mit den neuen Anforderungen der technischen Zeichnung aus: Per kaiserlichem Dekret vom 23. November 1808 sollte er bald an der École Polytechnique zum »instituteur de dessin« ernannt werden16. Die Illustrationen zur Osteologie und Physiologie wurden hingegen mit Hell-Dunkel-Effekten von Ludwig Friedrich Kaiser nach Zeichnungen des Chirurgen Jean-Galbert Salvage gestochen. Der ergänzte Lavater war so erfolgreich, dass er eine weitere Neuauflage erfuhr und um etwa hundert erneut von Ransonnette gestochene Bildtafeln erweitert wurde; mit einem Text, den der neue Herausgeber, der Arzt und Geburtshelfer Jacques-Pierre Maygrier, angeblich von unzähligen Unrichtigkeiten, Ungenauigkeiten und diversen Fehlern bereinigt hatte17.

  • 18  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, Histoire naturelle de la femme, suivie d’un traité d’hygiène, P (...)

9Moreau de la Sarthe war ein Vertreter der medizinisch-philosophischen Schule, die ihre Tätigkeit auf beobachtbare Tatsachen und Phänomene gründen wollte. Er wuchs in einer bürgerlichen Familie in Le Mans auf, besuchte das Collège des Oratoriens, absolvierte eine medizinische Ausbildung in Paris, verpflichtete sich als Militärchirurg und praktizierte anschließend in Nantes, wo er sich bei der Ausübung seines Berufs an der rechten Hand verletzte, die er fortan nur noch eingeschränkt benutzen konnte. Zurück in der Hauptstadt, hörte er die Vorlesungen von Philippe Pinel in der Société d’histoire naturelle und machte seinen Abschluss an der École de Médecine. Ende 1795 wurde er zum Unterbibliothekar an der École de Santé ernannt und dort von seinem direkten Vorgesetzten, Pierre Süe, freundschaftlich unterstützt. Er stand Guillaume Dupuytren sowie François-Xavier Bichat nahe und besuchte den Salon d’Auteuil, den Kreis der Ideologen (idéologues) um Pierre-Jean-Georges Cabanis im Haus der Madame Helvétius. Als vielseitiger, produktiver Schreiber verfasste er Beiträge im Recueil périodique de la Société médicale de Paris, für die Mémoires de la Société Médicale d’émulation und für La Décade philosophique; er schrieb dabei Reflexionen über das Wesen des Menschen, kurze Texte über Irrenanstalten und psychische Erkrankungen, kritische Beiträge zum Mesmerismus und der Gall’schen Phrenologie. Parallel dazu arbeitete er an seiner Histoire naturelle de la femme18. Mitglied der Société des Observateurs de l’homme, Professor für Hygiene am Lycée républicain, trat er die Nachfolge von Pierre Süe als Bibliothekar an der Faculté de médecine de Paris an und vollendete ab 1821 den beim Tod von Félix Vicq d’Azyr unterbrochenen Artikel »Medizin« in der Encyclopédie méthodique.

  • 19   Vgl. Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, Bd. 1., op. cit., S. 55.
  • 20  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, »Passions«, in: Encyclopédie méthodique, médecine, par une soci (...)
  • 21   Vgl. Johan Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, Bd. 1., op. cit., S. 53.

10Es ist faszinierend, wie Moreau de la Sarthe Cabanis‘ Beitrag mit Lavaters Ansatz verknüpft. Im Bestreben, die Physiognomik von ihren Altlasten zu befreien, will er sie in ein positives Licht rücken und zu einem Zweig jener Mischwissenschaft, der »philosophischen Physiologie«, machen, die er an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften ansiedelt. Obwohl Lavater seiner Meinung nach zu weit geht, indem er sich rückhaltlos seiner schwärmerischen Begeisterung überlässt19, ist Moreau de la Sarthe fest von einer wechselseitigen Beziehung zwischen Körper und Seele überzeugt und will vor diesem Hintergrund die Auswirkungen der Leidenschaften auf die Organe erforschen. Darüber hinaus postuliert er, dass sich die Geisteskrankheiten, ja alle chronischen Krankheiten, die er als »Neurosen« einordnet, besser durch bestimmte Leidenschaften als durch die wirksamsten Medikamente bekämpfen20 lassen. Für ihn ähnelt die Physiognomik der Semiotik, jenem Bereich der Medizin, der mithilfe von Zeichen den gesunden oder kranken Zustand beurteilt21.

11Seiner Ordnung lässt sich allerdings nur schwer folgen; Aufteilung, Überschriften und inhaltliche Ergänzungen weichen von dem angekündigten Vorhaben ab. Dennoch versteht man, dass das Studium der sichtbaren Zeichen dem der weniger sichtbaren vorausgehen soll: Die bewegten Physiognomien sind vor den unbewegten zu beobachten; die Analyse der von heftigen Leidenschaften, unguten Gewohnheiten und hässlichen Ausdrücken entstellten Physiognomien hat gegenüber dem Studium der moralischen, idealen und intellektuellen Physiognomien Priorität. Die Sorgfalt, mit der Moreau de la Sarthe die Veränderungen des Gesichts analysiert, die er aus den Gesichtsmuskeln ableitet, unterscheidet ihn deutlich von Lavater, der sich nicht nur über die den mimischen Bewegungen zugrundeliegenden Regeln hinwegsetzte, sondern auch die unbeweglichen Züge von Schädeln, Porträtsilhouetten und Gipsabgüssen bevorzugte. Doch auch Moreau de la Sarthe behandelte in manchen Beiträgen Themen, die aus der divinatorischen Tradition zu stammen scheinen, so zum Beispiel die Physiognomie der Haare oder Gerüche, wobei letztere zum damaligen Wandel der Geruchsnormen in Bezug gesetzt wurde.

Physiologie, Anthropologie, Kraniologie

12Moreau de la Sarthe deutete die Zeichen des Körpers, im Besonderen die des Gesichts, als Arzt und Physiologe seiner Zeit: Im Unterschied zu Lavater bemühte er sich, die mimischen Bewegungen auf einer anatomisch-physiologischen Basis zu analysieren. Dabei berücksichtigte er die Arbeiten von Marin Cureau de la Chambre, Charles Le Brun und Pieter Camper über die Zeichen der Leidenschaften, die Überlegungen Denis Diderots zur Pantomime, Johann Jakob Engels Ausführungen zur Geste und theatralischen Handlung sowie Lessings Laokoon. Er bestätigte auch den Topos, demzufolge die vorherrschenden Leidenschaften den Physiognomien allmählich ihr Wesen aufprägen. Darüber hinaus versteht er die Gemälde bedeutender Meister wie Raffael oder Guido Reni als Modelle für die Analyse der Mimik. Nicht von ungefähr sind am Ende von Band IX einundvierzig Bildtafeln nach Zeichnungen von Le Brun über den Ausdruck der Leidenschaften nach der Ausgabe von Bernard Picart abgebildet.

  • 22  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, »Métiers (considérations physiologiques et médicales)«, in: Enc (...)
  • 23   Lavater, L’art de connaître des hommes par la physionomie par Gaspard Lavater, op. cit. t. 1, p. (...)

13Demnach bestand Moreau de la Sarthes Ziel nicht nur darin, der Physiognomik eine physiologische Grundlage zu geben: Er wollte ihr eine anthropologische Dimension verleihen, das heißt ein Werkzeug zum Verständnis der Menschheitsgeschichte aus ihr machen. In der Nachfolge des enzyklopädischen Empirismus bezogen manche idéologues ihre Inspiration von deutschen Gelehrten, die wie der Naturforscher Johann Friedrich Blumenbach oder Immanuel Kant die Naturgeschichte der körperlichen und moralischen Fähigkeiten der Menschheit als »Anthropologie« bezeichneten22. Von diesem Standpunkt aus betrachtete Moreau de la Sarthe den Platz des Mannes in Bezug auf die Frau und die Tiere. Dabei gelangte er zu der Schlussfolgerung, dass der abendländische Mann den anderen Menschheitsvertretern überlegen sei. Dieses Bekenntnis zu den zeittypischen rassischen und sexuellen Stereotypen überrascht kaum: Das medizinische und anatomische Modell lastete schwer auf der Perspektive, aus der die ersten französischen Anthropologen den Dimorphismus zwischen Frauen und Männern betrachteten. Immer wieder wurde der Vergleich zwischen weiblichem und männlichem Schädelvolumen als Argument bemüht, um zu zeigen, dass Frauen angeblich ein Intelligenzdefizit hätten und folglich aus der öffentlichen Sphäre, sprich von allen gesellschaftlichen und politischen Aufgaben auszuschließen seien. Diese »charakterliche« Unterlegenheit werde von den mimischen Zeichen bestätigt; das weibliche Äußere trage in seinem ganzen Wesen zu diesem Unterschied bei: »Eben die Ecken, die hervorspringenden Elemente, die kräftigen Konturen machen die physiognomischen Züge aus: Bei der Frau ist alles rundlich, zumindest in der Jugend; ein feines, dehnbares, elastisches Gewebe verwischt sämtliche Ecken und vereinheitlicht alle Partien durch die sanftesten Übergänge23«. Ein weiterer Topos besteht darin, dass die bewegliche und schneller wechselnde Physiognomie, welche die weiblichen Gesichtszüge weniger stark verändere als die männlichen, die Frauen in die Nähe von Kindern rückt.

  • 24  Dissertation sur un traité de Charles Le Brun, concernant le rapport de la physionomie humaine ave (...)
  • 25  In der Den Haager Ausgabe befinden sich zwei Bilder, die ohne einen Verweis auf Le Brun das Gesich (...)
  • 26 Louis-Jacques Moreau de la Sarthe »Nature de l’Homme (Physiologie & Pathol.)«, in: Encyclopédie mét (...)

14Moreau de la Sarthe war den zoomorphen Analogien weniger abgeneigt als Lavater und interessierte sich entsprechend für die Ideen Giambattista della Portas über die Ähnlichkeiten zwischen bestimmten Menschentypen und Tierarten. Ebenfalls in Band IX versammelte er Auszüge aus dem Werk, in dem der italienische Gelehrte diese Analogien entwickelt hatte. Er bildete sogar in Röteldruck die achtundfünfzig Tafeln nach Zeichnungen von Le Brun über das Verhältnis zwischen Menschen- und Tiergesichtern ab, nach einem im selben Jahr, 1806, auf Betreiben von Vivant Denon24 veröffentlichten Werk. Auch ausführliche Auszüge werden daraus zitiert: die gekürzte Fassung eines Vortrags, den Le Brun an der Académie de peinture et de sculpture gehalten hatte, ein Aufsatz von Louis-Marie-Joseph Morel d’Arleux über das Verschwinden des letzten Vortrags von Le Brun zur Physiognomik sowie ein Überblick über die physiognomischen Theorien dieses führenden Hofmalers unter Ludwig XIV. nach den Schriften seines Schülers Claude Nivelon. Lavater seinerseits konnte nur einen vagen Eindruck von diesen berühmten Zeichnungen haben: Sie wurden in den Sammlungen des Cabinet du roi aufbewahrt und erst im August 1797, anlässlich einer Ausstellung im Muséum Central des Arts, in Teilen dem Pariser Publikum zugänglich gemacht25. Der Zürcher Pastor war fest von der unüberwindlichen Kluft zwischen dem Menschen als Spiegel der Göttlichkeit und dem Affen, seinem vermeintlich nächsten Verwandten, überzeugt. Moreau de la Sarthe hingegen blieb solchen Vergleichen gegenüber aufgeschlossen und siedelte den Unterschied auf einer anderen Ebene an: Der Mensch unterscheide sich vom Tier durch seine stärker ausgeprägte, differenziertere Sensibilität, seine vitale, wandelbare Reizbarkeit sowie die Eigenart seiner Sinne und seines Nervensystems26.

  • 27 Vgl. Jean-Luc Chappey, La société des Observateurs de l’Homme, (17991804). Des anthropologues au t (...)
  • 28 Lavater, L’art de connaître les hommes par la physionomie par Gaspar Lavater, op. cit., t. II, p. 5 (...)

15Als Arzt und Sympathisant der idéologues richtete er sein Augenmerk ebenfalls auf die Phrenologie. Obwohl er Gall als kundigen Anatomen schätzte, störte ihn die Faszination, die der Phrenologe, ähnlich wie der Diakon François de Pâris oder Franz Anton Mesmer, der Begründer des Magnetismus, ausübte: Galls System, das sich auf das Betrachten und Abtasten des Schädels stützte, beschäftigte sich im Wesentlichen mit der Physiognomie im Ruhezustand; das spezifische Verhältnis zwischen Körper und Seele entging ihm hingegen. Wie Cabanis, war auch Moreau der Überzeugung, dass statt einer solchen Fokussierung auf das Gehirn der Einfluss der Umstände und des Milieus untersucht werden sollte, um eine universelle und transversale Wissenschaft vom Menschen begründen zu können 27. Die Art und Weise, in der Gall den Leidenschaften, Neigungen und Fähigkeiten einen jeweils spezifischen Bereich der Hirnoberfläche zuwies, hieß für Moreau, nicht nur die harmonische Einheit des Menschen zu leugnen, sondern implizierte die Annahme, dass das menschliche Handeln keiner moralischen Verantwortung unterliege. Mit anderen Worten, dass »die ehebrecherische Frau, der Dieb, der Streitsüchtige, der Mörder nur aufgrund der Herrschaft und der Ausbildung bestimmter Organe zu solchen geworden sind und sich leicht mit der Anklage der Natur rechtfertigen könnten28«.

Schönes Ideal, natürliche Ordnung, gesellschaftliche Harmonie

  • 29 Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, »Considérations sur quelques traces de l’état sauvage chez les p (...)
  • 30 Lavater, L’art de connaître les hommes par la physionomie par Gaspar Lavater, op. cit., t. I, p. 44 (...)

16Moreau de la Sarthe befürwortete eine von der Metaphysik unabhängige Beobachtungsmethode, die auch von Étienne Bonnot de Condillac praktiziert und von Cabanis und Antoine Destutt de Tracy gefordert wurde. Er wusste, dass Lavater einen spiritualistischen Ansatz verfolgte und Christus für ihn ein ungreifbares menschliches und physiognomisches Ideal verkörperte. Sich selbst begriff er als Pragmatiker und war theosophischen Träumereien wenig zugetan. Auch wenn er Lavaters Vorhaben verstanden hatte – den Menschen zu erforschen und zu verbessern –, wollte er die verschiedenen körperlichen Zustände analysieren, die Temperamente, die Eigenheiten des kranken oder gesunden Zustands, die Besonderheiten von Alter und Geschlecht, der verschiedenen Menschentypen sowie der gesunden oder gefährlichen Veranlagungen. Restspuren des Naturzustands bei hoch zivilisierten Völkern erklärte er aus dem geringen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Niveau benachteiligter Schichten29. Seine auf einer physiologischen Grundlage beruhende Moral hatte eine utilitaristische Komponente: »Für diese neue Ausgabe Lavaters verlangten unsere Bemühungen nach einem moralischen Ziel; einer so aufwändigen wie schwierigen Arbeit, die wir nicht in Angriff genommen hätten, wenn wir nicht der Überzeugung gewesen wären, dass sie zum Fortschritt der Wissenschaft und zum Glück der Gesellschaft beitragen konnte, galt es einen hohen Grad an Wichtigkeit und Nützlichkeit beizumessen30«. Doch jeder Körpertyp scheint sich aus einer natürlichen Ordnung abzuleiten, in der alle Individuen ihren Platz haben. Die Physiognomik bestätigte folglich die gesellschaftlichen und kulturellen Schichtungen, die unter dem Konsulat und während des Ersten Kaiserreichs den Triumph der Personen von Stand besiegelten, zu denen auch Gelehrte aus der Bourgeoisie zählten.

17Kommen wir nun zu dem Platz, den Moreau de la Sarthe den schönen Künsten zugestand. In der Nachfolge Lavaters betonte er den Nutzen der Physiognomik für Maler, Bildhauer, Dichter und Schauspieler. Einer langen akademischen Tradition zufolge setzte er hinzu, dass die Kenntnis der physiognomischen Zeichen für die Historienmaler noch wichtiger sei als für alle anderen Künstler. In seiner langen Einleitung erläuterte er seine Ansichten:

  • 31 Ibid., t. I, p. 29. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen bzw. s (...)

»Tatsächlich waren alle bedeutenden Maler wie Raffael, Leonardo da Vinci, Le Brun, Poussin erprobte und tiefgründige Physiognomiker. Sie haben nicht nur die zartesten Gesichtszüge und sämtliche Einzelheiten in der Schilderung der menschlichen Leidenschaften wiedergegeben; sondern darüber hinaus sämtliche Merkmale der Physiognomie im Ruhezustand zum Ausdruck gebracht: all die Erkennungsmerkmale der Gestalten, die ihre bewunderungswürdigen Bildwerke beleben und zu denen sich die mit der Sprache der Physiognomik vertrauten Betrachter leicht ihre ganze Geschichte denken und das ganze Leben, das ganze Schicksal herausfinden können31

18Auffällig ist die Symmetrie seiner Begründung: Einerseits kommen die Beobachtungen der Naturgeschichte und der Physiologie den schönen Künsten zugute, andererseits bilden die antiken Statuen und die Werke der großen Meister die Grundlage für eine wissenschaftliche Physiognomik.

  • 32 Ibid., t. IV, p. 112. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zita (...)
  • 33 Ibid., t. IV, p. 143. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zita (...)
  • 34 Ibid., t. IV, p. 146. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zita (...)

19Ein ausführlicher Beitrag in Band IV, « Des proportions et des principales variétés du visage », erinnert an die Bedeutung der Anatomie für die Künstler und an die diesbezüglichen Beiträge von Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer, Charles Le Brun, Georges-Louis Leclerc de Buffon, Johann Joachim Winckelmann, Peter Camper, François Cabuchet und Toussaint-Bernard Émeric-David. Unter dem Eindruck der klassizistischen Ästhetik beschreibt er die verschiedenen Proportionstypen nach dem antiken Modell, zitiert die Beobachtungen von William Hogarth und Winckelmann und bezieht sich auf die Ausführungen von François-André Vincent, »ein Maler, der sich mit derselben Finesse um die Lehre und die Ausübung seiner Kunst verdient gemacht hat32«. Darüber hinaus behandelt er die Camper‘sche Theorie des Gesichtswinkels und erinnert daran, dass schon Le Brun gezeigt hatte, wie sich mit einer immer weniger vorspringenden Stirn noch das schönste menschliche Profil entstellen und den verschiedensten Stadien der Animalität annähern lässt. Weiter heißt es: »Camper erkannte später an, dass diese Linie eine gleichbleibende und festgelegte Richtung im Ideal des Schönen hatte33«. Indem er sich auf Georges Cuvier beruft, der aus dem Gesichtswinkel die Intelligenz und ein Kriterium für die Vorrangstellung des Gehirns oder der Sinne bei verschiedenen Menschenrassen ableitet, geht Moreau sogar noch weiter: »Die Entwicklung und die Fortschritte des menschlichen Geistes stehen selbstverständlich in Zusammenhang mit jenen Stadien der Schönheit34.«

20Mit ihren Ergänzungen und Verbesserungen ist diese neue Ausgabe der Lavater’schen Physiognomik bezeichnend für eine Zeit, in der die Identifizierungsverfahren, die auf eine Objektivierung der Physiognomien mithilfe mess- und quantifizierbarer Indikatoren zielten, zunehmend verfeinert wurden. Besonders bemerkenswert ist, wie Moreau de la Sarthe zur Analyse der individuellen Typen auf ästhetische Filter zurückgriff, die ihm die entsprechenden charakterologischen und gesellschaftlichen Modelle oder Gegenmodelle lieferten. Dabei ist die Tatsache, dass er das Überborden der Leidenschaften und verunstalteten Physiognomien mit der Karikatur verglich, durchaus von Bedeutung: Schließlich sollte das 19. Jahrhundert den Triumph dieses Ausdrucksmittels besiegeln, das im Einklang mit der Physiognomik »das Innere aus dem Äußeren ableitet«. Daher schien ihm eine schlichte lineare Zeichnung am besten geeignet, um die physiognomischen Zeichen objektiv zu übersetzen. In diesem Punkt verteidigte er Lavater mit besonderem Nachdruck:

  • 35 Johann Caspar Lavater, L’art de connaître les hommes…, op. cit., t. I, p. lxxxviij. Die Übersetzung (...)

»Heute bestehen noch immer etliche Vorurteile gegen Lavater; sein Werk, das nur wenige Menschen studiert haben und das man im Allgemeinen gedankenlos und unaufmerksam durchblättert, scheint oft nur pikante oder waghalsige Widersprüche zu enthalten: Demnach urteilt man kühn nach diesem Anschein und sieht nicht, dass man, wenn man den Verfasser verurteilen will, wenigstens manche seiner Beobachtungen widerlegt haben müsste; weniger Aufmerksamkeit auf den Text als auf die Zeichnung, die einzige Sprache der Physiognomik, verwenden sollte; diese Sprache in sich aufnehmen und sich erinnern sollte, dass alle genauen, regelmäßigen Beobachtungen von den Weisen, die nicht die gleiche Sorgfalt auf jene schwierigen Beobachtungen verwendet haben, nie gänzlich zurückgewiesen werden35

21Als Moreau de la Sarthe diese Zeilen schrieb, erfüllte die Zeichnung nach Meinung der Gelehrten noch die Rolle, die manche später der Fotografie zuschreiben sollten: Sie war die erste und objektivste Sprache der Physiognomik, die die wesentlichen Merkmale am besten erfassen und das Gesicht als natürliches Objekt darstellen konnte, das im bewegten wie im unbewegten Zustand davon zeugt, wie stark der Mensch dem biologischen Determinismus unterworfen ist.

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Note de fin

1  Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente. Zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe, Leipzig/ Winterthur: Bey Weidmanns Erben und Reich, 4 Bd., 17751778.

2  Johann Caspar Lavater, Von der Physiognomik, Leipzig: Bey Weidmanns Erben und Reich, 2 Bd., 1772.

3  Johann Caspar Lavater, Essai sur la physiognomie, destiné à faire connaître l’homme et à le faire aimer, trad. de l’allemand par Marie-Élisabeth de La Fite, Caillard et Henri Renfner, Den Haag: J. van Karnebeek, 3 Bd., 178187.

4  Johann Caspar Lavater, Essays on physiognomy, for the Promotion of the Knowledge and the Love of Mankind, aus dem Französischen von Henry Hunter, London: [o.N.], 3 Bd., 17891810.

5  In Deutschland wurden Vorbehalte gegen Lavaters Theorien geäußert, so etwa in Göttingen unter der bissigen Feder von Georg Christoph Lichtenberg, oder in Berlin von dem Schriftsteller und Verleger Christoph Friedrich Nicolai. Im Folgenden verurteilten zahlreiche Wissenschaftler und Philosophen mit Kant das Prinzip eines rein intuitiv begründeten Zusammenhangs zwischen körperlicher Erscheinung und seelischem Innenleben.

6  Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, Bd. 1., op. cit., S. 45.

7 Pierre Serna, »Le noble«, in: Michel Vovelle (Hg.), L’Homme des Lumières, Paris: Le Seuil, 1996, S. 84.

8  Paul-Armand Challemel-Lacour, »Guillaume de Humboldt«, Revue germanique et française, Bd. 27, 1863, S. 660.

9  Jean-Joseph Süe, Essai sur la physiognomonie des corps vivants considérée depuis l’homme jusqu’à la plante, Paris: Dupont de Nemours, Jahr V [1797], S. iv.

10  François Cabuchet, Essai sur l’expression de la face dans l’état de santé et de maladie, Paris: Brosson/ Crabon et Cie, Jahr X [1802].

11  Vgl. Johann Caspar Lavater, Essai sur la physiognomie, op. cit., t. III, 1803.

12  Vgl. Johann Caspar Lavater, L’Art de connaître les hommes par la physionomie, nouvelle édition, corrigée et disposée dans un ordre plus méthodique, Paris: Prudhomme, 10 vol., 18061809.

13  In der Den Haager Ausgabe kann der Leser am Ende der einzelnen Bände auf ein alphabetisches Verzeichnis zurückgreifen.

14  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, Notice sur la vie et les ouvrages de Lavater, Paris: imprimerie de Fain, 1814.

15  Franz Joseph Gall, ein für die »Kranioskopie« oder Phrenologie berühmter deutscher Arzt, behauptete, dass sich die Fähigkeiten der Individuen an der Analyse und am Abtasten ihres Schädels erkennen ließen.

16  Jean-Nicolas-Pierre Hachette, Correspondance sur l’École impériale polytechnique, Paris: J. Klostermann, Bd. 2, 1813, S. 31.

17  Vgl. Johann Caspar Lavater, « Avertissement », in L’art de connaître les hommes par la physionomie par Gaspar Lavater. Nouvelle édition, Paris : Depélafol, 10 Teilbände in 5 Bänden, 18201835, Avertissement, o.S.

18  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, Histoire naturelle de la femme, suivie d’un traité d’hygiène, Paris: L. Duprat, Letellier, 1803, 3 Bd.

19   Vgl. Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, Bd. 1., op. cit., S. 55.

20  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, »Passions«, in: Encyclopédie méthodique, médecine, par une société de médecins, NOY-PHT, Paris: Vve Agasse, 1824, S. 433.

21   Vgl. Johan Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, Bd. 1., op. cit., S. 53.

22  Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, »Métiers (considérations physiologiques et médicales)«, in: Encyclopédie méthodique, NOY-PHT, ebd., 1821, S. 66.

23   Lavater, L’art de connaître des hommes par la physionomie par Gaspard Lavater, op. cit. t. 1, p. 21. Die Übersetzung dieses in der Originalausgabe von 1775 nicht enthaltenen Zitats stammt von Nicola Denis.

24  Dissertation sur un traité de Charles Le Brun, concernant le rapport de la physionomie humaine avec celle des animaux, Paris: chalcographie du Musée Napoléon, 1806.

25  In der Den Haager Ausgabe befinden sich zwei Bilder, die ohne einen Verweis auf Le Brun das Gesicht des Menschen zu dem eines Rinds in Bezug setzen. Hier dienen sie als Illustrationen der Theorien von Giambattista della Porta; vgl. z. B. Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, Bd. 1., op. cit., S. 175.

26 Louis-Jacques Moreau de la Sarthe »Nature de l’Homme (Physiologie & Pathol.)«, in: Encyclopédie méthodique, ebd., NOY-PHT, 1824, S. 507508.

27 Vgl. Jean-Luc Chappey, La société des Observateurs de l’Homme, (17991804). Des anthropologues au temps de Bonaparte, Paris: Société des Études Robespierristes, 2002, S. 456458.

28 Lavater, L’art de connaître les hommes par la physionomie par Gaspar Lavater, op. cit., t. II, p. 51. Da das Kapitel »Idée général du Docteur Gall« in dieser Ausgabe nicht existiert, stammt die Übersetzung des Zitats von Nicola Denis.

29 Louis-Jacques Moreau de la Sarthe, »Considérations sur quelques traces de l’état sauvage chez les peuples policés, et l’histoire particulière du petit canton de Saterland«, La Décade philosophique, littéraire et politique, 12e année, IVe trimestre, Jahr XII, S. 449457.

30 Lavater, L’art de connaître les hommes par la physionomie par Gaspar Lavater, op. cit., t. I, p. 44. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zitats stammt von Nicola Denis.

31 Ibid., t. I, p. 29. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen bzw. stark abweichenden Zitats stammt von Nicola Denis.

32 Ibid., t. IV, p. 112. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zitats stammt von Nicola Denis.

33 Ibid., t. IV, p. 143. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zitats stammt von Nicola Denis.

34 Ibid., t. IV, p. 146. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zitats stammt von Nicola Denis.

35 Johann Caspar Lavater, L’art de connaître les hommes…, op. cit., t. I, p. lxxxviij. Die Übersetzung dieses in der Originalausagbe von 1775 nicht enthaltenen Zitats stammt von Nicola Denis.

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Pour citer cet article

Référence papier

Martial Guédron, « Physiognomik und Ideologie: zu Moreau de la Sarthes Lavater-Ausgabe »Regards croisés, 10 | 2020, 54-63.

Référence électronique

Martial Guédron, « Physiognomik und Ideologie: zu Moreau de la Sarthes Lavater-Ausgabe »Regards croisés [En ligne], 10 | 2020, mis en ligne le 25 août 2023, consulté le 23 juin 2024. URL : http://0-journals-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/regardscroises/537

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