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Glyptique romaine

Intaglio mit Saturnus und Inschrift Mythunim

Intaglio with Saturn and Mythunim inscription
Intaille avec Saturne et l’inscription Mythunim
Erika Zwierlein-Diehl
p. 251-266

Résumés

Une intaille en cornaline datant du iise siècle après J.-C., trouvée dans le midi de la France, autrefois dans la collection de Sibylle Mertens-Schaaffhausen (1797–1857), est connue seulement par un moulage dans la dactyliothèque publiée à l’occasion de la vente aux enchères de cette collection. L’image de Saturne trônant correspond, vue dans l’impression, au type de l’image cultuelle du temple sur le Forum Romanum. Contrairement au modèle la tête n’est pas voilée. C’est une assimilation au type similaire de Jupiter trônant. L’inscription MYTHVNIM DD a été gravée ultérieurement dans le sens des aiguilles d’une montre sur l’original. Le premier mot de l’inscription est un nom punique latinisé, qui signifie “don des dieux”. Mythun(il)im dono dedit (ou dedit); cela veut dire que l’intaille était un présent de Mythun(il)im à une autre personne.

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Texte intégral

  • 1 Mertens-Schaaffhausen, 1855, p. 65, mit Lithographien von Nikolaus Christian Hohe (1798–1868): Taf. (...)
  • 2 Heberle, 1859, Nr. 123. Die Inschrift ist fehlerhaft wiedergegeben: Y und V sind vertauscht. Die Pu (...)

1«Thronender Saturn, in der rechten Hand die Harpe haltend, die linke zum Hinterhaupt erhoben, über welchem der rückwärts herabfallende Schleier sich noch angedeutet findet, obwohl die Oberfläche des Steines angegriffen ist. Im Felde links MVTHVNIM. – Im Abschnitt DD Intaglio. – Carneol – Fundort: Süd-Frankreich» beschreibt Sibylle Mertens-Schaaffhausen einen Intaglio Ihrer Sammlung nach dem Abguß in einer ihrer wenigen eigenen Publikationen (fig. 1, 2)1. «Saturne sur un trône tenant la faux. Dans le champ M. V THYNIM. DD. Cornaline orientale [trouvée dans le midi de la France]» lautet die Beschreibung der Gemme in dem Versteigerungskatalog der Sammlung Schaaffhausen von 18592. Die Angabe des Fundortes bedeutet, dass die Sammlerin von der Auffindung wusste oder zumindest zuverlässig Nachricht hatte. In anderen Fällen nennt sie nur den Ort der Erwerbung, so bei zwei in Marseille gekauften Intaglien:

„Heberle, 1859, Nr. 1038. Un héros debout tenant un arc et une longue flèche (Ulysse vis-à-vis des prétendants?). Encardement étrusque. Calcédoine [Marseille].“

„Heberle, 1859 Nr. 1321. Sur un[e] roche un homme à genoux tenant d’une main une perche-à-pêcher dont le hameçon porte un poisson, et de l’autre une corbeille. Calcédoine [Marseille].“

2Überlegungen über diese einzelne Fundgemme aus Frankreich seien Hélène Guiraud, der wir die Publikation von rund 1500 Gemmen in den beiden Bänden Intailles et camées de l’époque romaine en Gaule verdanken, als bescheidene Gabe gewidmet.

Fig. 1. Thronender Saturn, Intaglio, Karneol, Lithographie im Seitensinn des Originals (Anhang B Nr. 10)

Fig. 1. Thronender Saturn, Intaglio, Karneol, Lithographie im Seitensinn des Originals (Anhang B Nr. 10)

Nach Mertens-Schaaffhausen 1855, Taf. I 1a.

Fig. 2. Thronender Saturn, Intaglio, Karneol, Abguß, Daktyliothek Mertens-Schaaffhausen (Anhang B Nr. 10)

Fig. 2. Thronender Saturn, Intaglio, Karneol, Abguß, Daktyliothek Mertens-Schaaffhausen (Anhang B Nr. 10)

Photo Bildarchiv für antike Plastik, Köln (Gisela Geng)

1. Sammlerin und Sammlung

  • 3 Zur Biographie: Houben, 1935; Herbig, 1958; Kockel, Graepler, 2006, p. 102‑106 (Chr. Wittich, V. Ko (...)
  • 4 Kockel, Graepler, 2006, Kat. 21 (Göttingen, Archäologisches Institut); Oehmke, 2006, p. 192 (Privat (...)

3Sibylle Mertens-Schaafhausen (1797–1857) war eine bedeutende Kunstliebhaberin und Antikenkennerin ihrer Zeit. In ihrem Haus in Bonn, später in ihrem Salon in Rom trafen sich herausragende Vertreter des Geisteslebens ihrer Zeit. Mit vielen Gelehrten unterhielt sie eine Korrespondenz. Sie besuchte die Veranstaltungen des Instituto di Corrispondenza Archeologica in Rom und bereicherte sie durch eigene Beiträge. Unter den vielfältigen Gegenständen, die sie sammelte, galt ihre besondere Liebe den Gemmen. Sie starb in Rom am 22. 10. 18573. Nach ihrem Tode wurden ihre Sammlungen versteigert. Von den fast 2000 Gemmen gelangten einige in Museen, der Verbleib der meisten ist unbekannt. Auch der Karneol mit Saturn ist verschollen, ein Abguß jedoch in der Daktyliothek erhalten, die zur Versteigerung der Sammlung herausgegeben wurde. Von der in geringer Stückzahl hergestellten Daktyliothek in Buchform mit 100 Abgüssen sind bisher fünf Exemplare nachgewiesen4. Zusammen mit der Daktyliothek wurde ein Sonderdruck des Gemmenteiles aus dem Versteigerungskatalog verkauft «Collections laissées par feu Mme Mertens-Schaaffhausen à Rome. I. Pierres gravées. Catalogue et un choix de 100 pâtes des pierres de la collection, tirées à quelques exemplaires seulement. (La dactyliothèque de Madame Mertens-Schaaffhausen fut vendue le 12 Juillet 1859 chez J. M. Heberle pour 7000 Thlr. Et fait maintenant partie d’une collection anglaise (Bonn, imprimerie de Charles Georgi, o. J.)»

Der Text des Kataloges geht auf den Handkatalog der Sammlerin zurück.

2. Das Gemmenbild: Thronender Saturnus

  • 5 Zu den Formen des Attributes: Leglay, Histoire, 1966, p. 142‑146; Simon, 1990, p. 194. Zu den Forme (...)
  • 6 Vgl. z. B. Guiraud, 1988, Nr. 1 pl. 1; Guiraud, 2008, Nr. 1093. Zum Stil: Guiraud, 1988, p. 50‑52. (...)

4Beschreibung nach dem Abguß (fig. 2). Das 1.8 × 1.4 cm große Gemmenbild zeigt über einer Grundlinie den auf einem Thron mit hoher gerader Lehne und gedrechselten Beinen nach links hin sitzenden Saturnus. Der linke Fuß überkreuzt den Rechten. Der Gott hat die Linke zum Kopf erhoben, hält in der vorgestreckten Rechten die „Sichel“ in Form der falx arboraria, des großen Winzermessers5. Ein Mantel verhüllt den Unterkörper, im Rücken verläuft er in zwei dünnen Linien bis zum Oberarm, bedeckt jedoch nicht den Hinterkopf. Das Haar des Oberkopfes ist in parallelen Strähnen bis zu einer schräg gestrichelten Schläfenrolle gekämmt. Der Querstrich über dem Haupt kann kein Rest der Verhüllung sein, wie Mertens-Schaaffhausen meinte, da dieser den Hinterkopf bedecken müsste. Es handelt sich wohl um eine Beschädigung. Braue, Nase und Mund sind durch kurze, schmale Schnitte, der Bart durch einen breiteren wiedergegeben. Das Auge ist ein relativ großes Oval. Die Gemme lässt sich in das 2. Jh. n. Chr. datieren. Die Art ihrer Ausführung gehört dem verbreiteten klassizistisch-linearen Stil der Kaiserzeit an („Style classique linéaire“ nach Guiraud)6.

3. Die Inschrift

  • 7 Vgl. AGD III, 1970, Kassel Nr. 50 u. 98; Henig, 1978, Nr. 297 pl. 10 et 40 (mit „third or fourth ce (...)

5Rechts steht von oben nach unten, die beiden letzten Buchstaben unter der Grundlinie, am Abguss linksläufig, in lateinischen Buchstaben die Inschrift: MYTHVNIM, unter der Grundlinie DD. Die Inschrift war also am Original rechtsläufig geschrieben, nicht zur Lesung im Abdruck bestimmt. Die Endbuchstaben des ersten Wortes IM stehen sehr eng zwischen Bild und Gemmenrand. Dies spricht dafür, dass die Inschrift nachträglich in die fertige, als Siegel geschnittene Gemme eingraviert wurde. Die Buchstaben sind mit schmucklosen Hasten graviert, nur das untere Ende der senkrechten Haste des T hat eine Serife. Der Schnitt von Gemme und Inschrift dürfte zeitlich nicht weit auseinander liegen. Auch die Inschrift lässt sich in das 2. Jh. n. Chr. datieren7.

  • 8 Mertens-Schaaffhausen, 1855, p. 68.
  • 9 Braun, 1857.
  • 10 Ipse (Iuppiter) sit Mutunus vel Tutunus, qui est apud Graecos Priapus (de civitate dei 4,11). Vgl. (...)

6Dieeinstige Besitzerinhatzur Deutungdes Wortes MYTHVNIM mehrere Gelehrtebefragt und versucht, die unterschiedlichen Erklärungen „in eine Hypothese zusammenzufassen“8. Theodor Panofka, Berlin, (1800–1858) glaubte „Namen und Stand des Weihenden dieser wohl in kleiner Copie uns hier vor Augen tretenden Götterstatue“ zu erkennen, ohne dies näher zu erläutern. Der Theologe Ferdinand Hitzig (1807–1875), damals in Zürich, verstand das Wort als punische Aussprache des hebräischen Wortes mot-onim, „Tod der Kinder“. Der Theologe und Orientalist Franz Karl Movers, Breslau (1806–1856), Verfasser des vierbändigen Werkes „Die Phönizier“ (1841–1856) erläuterte, dass es sich um einen punischen Personennamen handele, der „Geschenk der (Göttin) Neme“ bedeute. Eine ikonographisch und sprachlich unhaltbare Deutung gab zwei Jahre später Johann Wilhelm Josef Braun (1801–1863), Professor für Kirchengeschichte in Bonn. Er nennt den dargestellten Gott aufgrund des Sichel-Attributs Priapus9. Unter Verweis auf Augustinus, der den phallische Hochzeitsgott Mutunus Tutunus (oder Mutinus Titinus) mit dem griechischen Priapus gleichsetzt10, erklärt er Mythunim als Variante von Mutunus und Namen des Gottes.

  • 11 Friedrich, Röllig, 1970, p. 96‑97; Benz, 1972, p. 356‑357; Segert, 1976, p. 92.
  • 12 Benz, 1972, p. 357.
  • 13 Reynolds, Ward Perkins, 1952, Nr. 873 (zweimal).

7Die Verfasserin kann nur mit Friedrich Welcker, Bonn, (1784–1868) feststellen, dass das Wort Mythunim weder griechisch noch lateinisch ist. Daher ist sie Norbert Nebes sehr zu Dank verpflichtet für die Einschätzung „dass es sich um eine verkürzte Form des (latinisierten punischen) Personennamens Mythun[il]im, welcher wörtlich übersetzt ‚Gabe der Götter’ lautet“ handelt, sowie für Hinweise auf einschlägige Literatur11. Der Name begegnet auf nordafrikanischen Inschriften in den Schreibungen Muthunilim (CIL VIII 10525), Mutthunilim (CIL VIII 23904), Methunilim (CIL VIII 12322)12, und Mythunilim13.

  • 14 Henkel, 1913, Nr. 380 Taf.19, Nr. 1017 Taf. 40 und p. 315, 318.
  • 15 Sébastien Aubry, der eine Publikation von Inschriften auf Gemmen vorbereitet, danke ich für die Aus (...)
  • 16 AGWien I 1973, Nr. 160; CIL I2 pars II, fasc. IV (1986) Nr. 3683 (H. Krummrey).
  • 17 AGD III, 1970, Nr. 81; Höcker, 1987/88, Nr. 56; LIMC VIII (1997) Suppl. Genius 49* (Ilaria Romeo). (...)
  • 18 Le Blant, 1898, Nr. 120–123; Marshall, 1907, Nr. 1634; Walters, 1926, Nr. 2697, 3712; AGD III 1970, (...)
  • 19 Zu den Bedeutungen von D D auf Inschriften: Cappelli, 1961, p. 447.
  • 20 Le Blant, 1898, Nr. 263, 267, 273, 274; Henkel, 1913, p. 312‑314; Ruseva-Slokoska, 1991, Nr. 177, 2 (...)
  • 21 Walters, 1926, Nr.1288 Taf. 18 = Nagy, 2000, p. 138 Nr. 4 = Boardman, 2009, Nr. 337. Marshall, 1907 (...)
  • 22 Tassie, Raspe, 1791, Nr. 630; Nagy, 2000, p. 135 fig. 2 (im Sinne des Originals), p. 138 Nr. 2 (St. (...)
  • 23 Nagy, 2000 (roter Jaspis, Budapest, Privatbesitz: Ophelimus / ex viso numi/nis posuit).

8Die Inschrift D D = d(ono) d(edit) kommt auf zwei Metallringen vor14. Ein Silberring aus Xanten(?) in Karlruhe war ein Geschenk des nach Ablauf der regulären Dienstzeit weiter dienenden Veteranen Flavius Simplex an die Mitsoldaten seiner Truppe. Die Inschrift eines Bronzeringes aus Mainz in Kassel lautet übersetzt: „Pervincius Stabilis hat (den Ring) dem Kollegium der Feuerwehrleute zum Geschenk gemacht“. Auf Gemmen ist die Inschrift D D = d(ono) d(edit) bisher nicht belegt15. D. D[.] auf einem Karneol in Wien ist wahrscheinlich der abgekürzte Name des Besitzers16. Ein gesprenkelter Achat in Kassel mit der Inschrift VS / OO ET FS / DD ist nicht antik, vielmehr in die 2. Hälfte des 16. bis 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts zu datieren17. Relativ häufig kommt auf Gemmen die Inschrift dw`ron mit oder ohne den Namen des Beschenkten im Dativ vor18. In Analogie zu den Inschriften der Ringe kann D D auf der Saturn-Gemme als d(ono) d(edit) oder dedit, in gleicher Bedeutung, verstanden werden. Da Abkürzungspunkte auf Gemmen nicht zwingend zu erwarten sind, ist beides möglich19. Die Auflösung D D = dedicavit lässt sich ausschließen, da Weihinschriften auf Gemmen und Ringen anders lauten. Sie nennen die Gottheit, der die Gabe gilt im Dativ, oft mit dem Zusatz votum20. Zweimal kommt ajnevqhke21, je einmal eujchvn22 und posuit23 vor.

  • 24 Leglay, 1961, 1966; LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus p. 1083‑1089 (F. Baratte).

9Die Gemme war also ein Geschenk eines Mythun(il)im an eine andere Person. Die Verkürzung des Namensistwohlein Fehlerdesnichtpunischsprechenden Gemmenschneiders. Es verwundert nicht, dass ein Punier das Bild des Saturn als Gabe auswählte. Außerhalb Roms war Saturn nirgends so beliebt wie in Nordafrika, wo er mit Baal gleichgesetzt und als höchster Gott verehrt wurde24.

4. Der Gott Saturnus

  • 25 Zum Gott: Thulin, 1921; Albrecht, 1943; Latte, 1960, p. 254f.; Leglay, Histoire, 1966, p. 2‑10 (Sch (...)
  • 26 Zu den antiken Etymologien des Namens: Leglay, Histoire 1966, p. 450–452; Maltby, 1991, p. 546s.
  • 27 Gundel, 1950, p. 2153s., 2159, 2161.
  • 28 Thulin, 1921, p. 219; Versnel, 1997, p. 145 mit Anm. 46.
  • 29 Gatz, 1967, p. 28‑40.
  • 30 Albrecht, 1943, p. 24‑26; Gatz, 1967, p. 122–128, Versnel, 1997, p. 143.
  • 31 Crawford, 1974, II p. 718s.
  • 32 Albrecht, 1943, p. 25; Versnel, 1997, p. 143.

10Saturnus hatte einen alten Altar, angeblich aus der Zeit vor dem troianischen Krieg an dem zum Forum hin gelegenen Abhang des Kapitols (Festus p. 322), das nach Varro in alter Zeit mons Saturnius hieß (de lingua latina 5,42, cf. Festus l.c.). In der frühen Republik, nach der Tradition im Jahre 497 v. Chr., wurde dem Saturnus an dieser Stelle ein Tempel geweiht25. Tag der Weihung und Beginn der Saturnalien war der 17. Dezember. Saturnus war ein Gott der Ackerbau und Viehzucht schützte, eine Eigenschaft, die sich in der Etymologie des Varro spiegelt (ab sătu est dictus Sāturnus, de lingua latina 5, 64). Die Tatsache, dass diese Etymologie – wegen der unterschiedlichen Längen des „a“ – aus heutiger Sicht falsch ist, spielt für die Auffassung vom Wesen des Gottes keine Rolle26. Saturnus war auch der Planetengott, der unheimliche Aspekte haben konnte. Astrologen glaubten, dass jene besonders gefährlichen Blitze, von denen die Etrusker meinten, dass sie aus der Erde kämen, von Saturnus stammten (Plinius, nat.hist. 2,138–139, vgl. 2,82). Saturnus im Horoskop konnte unter bestimmten Voraussetzungen Unheil bringen27. Der römische Gott Saturnus wurde früh mit dem griechischen Kronos gleichgesetzt, wofür Livius Andronicus (ca. 285–204 v. Chr.) den ersten Beleg bietet (Fr. 2 u. 14 Morel). Mit dem übernommenen Mythos waren dessen dunklen Züge, die Entmannung des Vaters und das Verschlingen der Kinder verbunden. Servius weist in seinem Vergil-Kommentar auf die gefährlichen Züge sowohl des mythischen Gottes, wie des Planeten hin: „Saturnia“ autem nomen quasi ad crudelitatem aptum posuit (Serv. Aen. 1,23, d.h. Juno); scit enim Saturni stellam nocendi facultatem habere (Serv. Aen. 4,92)28. Über die Gleichung Kronos – Chronos erhält der Gott nun auch den Aspekt eines Gottes der Zeit, wie sich in der Ableitung des Cicero von săturare zeigt: der Gott trage diesen Namen, weil er sich an den Jahren sättige (de natura deorum 2,64 u. 3,62). Kronos herrschte nach Hesiod über das goldene Zeitalter29. Nach der römischen Legende kam Saturnus auf der Flucht vor Jupiter nach Italien, wo damals Janus regierte. Dieser nahm ihn auf und teilte die Herrschaft mit ihm. Mit Saturnus begann die goldene Zeit in Italien. Diese, vielleicht schon ältere Sage spielt eine wichtige Rolle in den Werken Vergils30. Ovid verbindet frühe aes-grave-Münzen, die auf der einen Seite den Kopf des Janus, auf der anderen eine Schiffsprora zeigen, mit der Ankunft des Saturnus (Ovid, Fasti 1,229–240)31. Während es einerseits charakteristisch für die aurea aetas ist, dass die Erde ihre Früchte spontan hervorbringt, gibt es daneben die Überlieferung, dass Saturnus die Kultur in Latium einführte, indem er den Bewohnern Gesetze gab und sie Acker- und Gartenbau, Münzprägung und Schrift lehrte32.

5. Saturnus im Typus des Kultbildes

  • 33 Fittschen, 1976, p. 208‑210.
  • 34 Krause, 1983, p. 4‑12.

11Der Typus des Gemmenbildes entspricht in den Hauptzügen dem des Kultbildes des Saturnus im Saturntempel am Abhang des Kapitols auf dem Forum Romanum. Es war bei der Renovierung des Tempels, die L. Munatius Plancus auf Anregung des Octavian durchführte, aufgestellt worden (Sueton, Aug. 29,5). Nach Ausweis seiner Grabinschrift in Gaeta (CIL X 6087) hat Munatius den Tempel aus den Beutegeldern seiner Feldzüge in Raetien (44 v. Chr.) errichtet, für die er 43 v. Chr. den Triumph feierte. Der Tempel wurde aber vermutlich erst nach 32 v. Chr. vollendet, nachdem Munatius sich von der Partei des Marcus Antonius abgewandt und Octavian angeschlossen hatte. Die Errichtung eines neuen Kultbildes des Saturnus, des Königs der ersten goldenen Zeit, fügt sich ein in den Vorstellungskreis von der Erneuerung der aurea aetas in der Zeit des Octavian/Augustus33. Das Aussehen des Kultbildes kann aus literarischen Zeugnissen und Reflexen in der Bildkunst erschlossen werden34.

  • 35 LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus, p. 1088.
  • 36 Latte 1960, p. 255. Merkelbach 1971.

12Die Statue bestand wahrscheinlich aus Elfenbeinfurnier über einer Holzkonstruktion. Sie trug einen purpurfarbenen Mantel, der über den Hinterkopf gezogen war. Die Linke war zum Rand des über den Kopf gelegten Mantels erhoben. Die verschiedenen Varianten der Geste lassen mehrere Deutungen zu. „... la main gauche est portée au voile pour l’écarter ou l’assujetir... Cette même main gauche supporte parfois la tête dans un geste de réflexion“ (François Baratte)35. Die vorgestreckte Rechte hielt die Sichel. Die gekreuzten Füße des Gottes sind ein Charakteristicum der Statue; sie waren mit Wollbinden gefesselt, die nur am Fest des Gottes, den Saturnalien, gelöst wurden. Durch das Festhalten des Gottes an seinem Ort versichert man sich seiner Kraft, verhindert auch, dass er Unheil anrichtet36. Der Intaglio ist, wie bei Siegeln üblich, im Abdruck seitenrichtig, d. h. dort entsprechen die Linke zum Kopf erhobene Hand und die von der Rechten gehaltene Sichel dem Kultbild.

6. Saturnus auf Gemmen

  • 37 „Not a very common motif on Roman gems“ Maaskant-Kleibrink, 1978, zu Nr. 744. „Personnage peu souve (...)
  • 38 s. die Statistik bei Guiraud, 1988, p. 64 fig. 22.

13Saturnus wird nicht sehr häufig auf Gemmen dargestellt (s. Anhang)37. Dies hängt wohl mit dem ambivalenten Charakter des Gottes zusammen, der sowohl helfen wie schaden kann; während der Einfluss von Gemmenbildern mit Amor, Venus, Minerva, Fortuna, Mercur, Victoria, Jupiter oder Bonus Eventus von ihren Trägern offenbar für ausschließlich positiv gehalten wurde38. Dagegen wählten nur wenige Menschen das Bild des Saturnus als Schutzgott und Glücksbringer. Etwa solche, in deren Horoskop er eine günstige Position hatte oder Leute aus Nordafrika wie Mythun(il)im, die ihn besonders verehrten.

  • 39 Guiraud, 2008, zu Nr. 1079 (Anhang B Nr. 13).
  • 40 White, 1967, Nr. 6 p. 86‑88, Nr. 13 p. 96‑97.
  • 41 White, 1967, Nr. 12 p. 93‑96.
  • 42 Vgl. Büste des Planeten Saturn auf Münzen von Alexandria, Zeit des Antoninus Pius: LIMC VIII (1997) (...)
  • 43 Leglay, Histoire, 1966, p. 256.
  • 44 Fauth, 1995, p. 163s.
  • 45 Vgl. z. B. die durch die Frisur der Frauen datierten Gemmen: AGWien II 1979, Nr. 1091; III 1991, Nr (...)
  • 46 Seyrig, 1971, p. 357.
  • 47 Leglay, Histoire, 1966, p. 234s.

14Der unbedeckte Hinterkopf bei dem Intaglio Mertens-Schaaffhausen resultiert aus einer Flüchtigkeit des Gemmenschneiders, der zwar den Mantel bis zum Oberarm hoch geführt, darüber aber nicht fortgesetzt hat. Den Kopf selbst hat er in dem ihm geläufigen, im Motiv verwandten Typus des thronenden Jupiter geschnitten. Diese Anlehnung an den Jupitertypus kommt auch bei anderen Saturnus-Bildern auf Gemmen vor (s. Anhang B)39. Manchmal wird auch beim thronenden Saturnus das Szepter in der Linken von Jupiter übernommen (Anhang A Nr. 1, B Nr. 13). Das Attribut des thronenden und stehenden Saturnus ist meist die falx in Form des großen Winzermessers. Das Werkzeug heißt im lateinischen falx arboraria im Unterschied zu dem der kleineren falcula vineatica40. Bei Kopf oder Büste des Gottes hat das Attribut gelegentlich die Form einer gebogenen Schneide mit zusätzlicher, dolchartiger Spitze, ähnlich einer Harpune (Anhang D 20, 21?, 24). Hierbei scheint es sich um eine künstlerische Darstellungsform des Gerätes zu handeln. Eine Spitze (mucro) hat das von Columella 4,25 beschriebene Winzermesser (falx vinitoria)41; an erhaltenen falces kommt sie nicht vor. Die falx bzw. a{rph (Hesiod, Th. 179f.) ist das Werkzeug, mit dem Kronos-Saturnus den Ouranos entmannt. In Rom konnte sie auch als Attribut des Fruchtbarkeit schenkenden Gottes verstanden werden, wie das gleiche Gerät in der Hand des Silvanus. Beim stehenden Saturn fehlt die Geste der zum Kopf erhobenen Linken. Er trägt den Mantel, kann sich auf ein Szepter stützen (Anhang C Nr. 16, 17; F Nr. 30, fig. 4). Auf einem gelben Jaspis in München steht Saturnus vor dem thronenden Jupiter. Die im Mythos feindlichen Götter waren Kultnachbarn auf dem Kapitol und seinem Abhang (Anhang C Nr. 18). Zuweilen deutet ein Stern an, dass Saturnus auch der Planet gleichen Namens ist (Anhang A Nr. 6; B Nr. 11, fig. 3). Auf den Planeten weist auch die Kugel auf dem Kopf des Gottes hin (Anhang D Nr. 20, fig. 5; D Nr. 23)42. Speziell der Planet ist gemeint, wenn die Büste Saturns unter denen anderen Planetengötter erscheint (Anhang D Nr. 23, 24). Seltene Gemmenbilder, die den Gott mit Zweig, Ziege und Modius zeigen (Anhang F Nr. 28 und 29) stellen Saturnus als Spender von Fruchtbarkeit dar. Singulär ist der stehende Saturnus in Chiton und Mantel mit der Ägis des Jupiter und der Strahlenkrone des Sol (Anhang F Nr. 30, fig. 4). Nach Leglay ist der afrikanische Saturnus als Herr des Himmels und der Zeit sowie aufgrund des Beinamens invictus dem Sol verwandt43. Mit einer Angleichung rechnet er erst spät, etwa in der Zeit des Macrobius (um 400 n. Chr.). Dieser setzt Saturnus mit Sol gleich (Macrobius, Saturnalia 1,22,8), betrachtet allerdings auch Jupiter und die anderen Götter als Hypostasen des Sol44. Servius, ein Zeitgenosse des Macrobius, erklärt, daß die Assyrer und später die Punier Bel mit Saturnus und Sol gleichsetzten (Servius, Aen. 1,729). Das im klassizistischen Stil geschnittene Gemmenbild ist früher, im späten 1. oder 2. Jh. n. Chr., entstanden45. Ein in Beirut gefundener Altar für Kronos-Helios scheint ebenso singulär wie das Gemmenbild46. Die bei einigen Gemmen beobachtete Angleichung des Saturnus an Jupiter durch Barhäuptigkeit und die Übernahme des Szepters resultiert weitgehend aus handwerklicher Routine. Sie darf schwerlich im Sinne einer synkretistischen Verschmelzung der beiden Götter gedeutet werden. In Afrika ist diese allerdings sowohl ikonographisch wie durch die Weihinschrift Iovi Optimo Maximo Saturno Augusto belegt47. Vielleicht war der Auftraggeber dieses Gemmenbildes ein Orientale oder wie Mythun(il)im Punier. Da Saturnus, Sol und Iuppiter auch Planetengötter sind, könnte der Grund ihrer Verbindung zu einem numen mixtum auch im Horoskop der Gemmenbesitzers begründet sein.

Fig. 3. Thronender Saturn, Intaglio, verschollen, Cades Rom II E 3 (Anhang B Nr. 11)

Fig. 3. Thronender Saturn, Intaglio, verschollen, Cades Rom II E 3 (Anhang B Nr. 11)

Photo: Neg. DAI Rom 5062

Fig. 4. Saturnus-Jupiter-Sol, Intaglio, verschollen, Cades Rom II E 6 (Anhang F Nr. 30)

Fig. 4. Saturnus-Jupiter-Sol, Intaglio, verschollen, Cades Rom II E 6 (Anhang F Nr. 30)

Photo: Neg. DAI Rom 5062

Fig. 5. Kopf des Saturnus, Intaglio, Achat, verschollen, Lippert2 I, 1767, Nr. 1 (Anhang D Nr. 20)

Fig. 5. Kopf des Saturnus, Intaglio, Achat, verschollen, Lippert2 I, 1767, Nr. 1 (Anhang D Nr. 20)

Photo Claudia Wagner.

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Annexe

Anhang: Saturnus auf Gemmen. Intaglien, außer E 27.

A. Thronend mit verhülltem Haupt

a. In Tempel, im Profil48
Nr. 1:
Karneol, St. Petersburg Ermitage?, einst Slg. de France, Wien, 2. Jh. n. Chr. Tassie, Raspe, 1791, Nr. 766. In Tempelfront, in der Rechten die Sichel in Form des Winzermessers, die Linke auf ein Szepter gestützt.
b.
In Vorderansicht
Nr. 2:
Karneol, Utrecht, 2. Jh. n. Chr. Maaskant-Kleibrink, 1968, Nr. 774. Beiderseits ein Tier, (Widder?)
49.
Nr. 3
Roter Jaspis, verschollen, 2. Jh. n. Chr. (?), einst Sammlung Praun, dann Mertens-Schaaffhausen.
Murr 1797, Nr. 49 „Jaspe rouge. Saturne en face, voilé, assis, tenant de la main droite la faulx tournée vers la terre, et portant la gauche à sa tête, comme rélévant son voile.“; Heberle 1859, Nr. 124 „Saturne sur son trône avec la faux. Jaspe rouge. Temps de Trajan“.
c. Im Profil
Nr. 4:
Glasgemme, Kopenhagen, 1.–2. Jh. n. Chr. Fossing 1929 Nr. 528 Taf. 7; LIMC VI (1992) Kronos 14*; LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus 17.
Nr. 5:
Chalcedon, Wien, 2. Jh. n. Chr. AGWien II 1979 Nr. 1220;
LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus 15*.
Nr. 6:
Karneol, Berlin, 2. Jh. n. Chr. Furtwängler 1896 Nr. 7147 Taf. 54;
LIMC VI (1992) Kronos 16. Vorn Stern.
Nr. 7
Heliotrop, Berlin, 2. Jh. n. Chr. Furtwängler 1896 Nr. 8647 Taf. 61;
LIMC VI (1992) Kronos 18.
Nr. 8:
Karneol, Tunis, 2.–3. Jh. n. Chr.
LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus 90*
Nr. 9:
Karneol, Weimar, Goethe Nat. Mus., 3. Jh. n. Chr. Furtwängler 1900 Taf. 62,24; Femmel, Heres, 1977, p. 75 Nr. 14 fig. 4;
LIMC VI (1992) Kronos 15.

B. Thronend barhäuptig, im Profil

Nr. 10:
Karneol, einst Slg. Mertens-Schaaffhausen, 2. Jh. n. Chr., hier fig. 1 u. 2.
Nr. 11:
Ohne Angaben über Material und Besitzer, 2. Jh. n. Chr. Cades Rom II E 3. Im Bodensegment ein Stern. Hier fig. 3.
Nr. 12:
Heliotrop, Berlin, 2.–3. Jh. n. Chr. Cades Rom II E 5; Furtwängler 1896 Nr. 8646 Taf. 61;
LIMC VI (1992) Kronos 17.
Nr. 13:
Nicolo-Glasgemme, Nevers (Nièvre), 2.–3.Jh. n. Chr. Guiraud 2008 Nr. 1079. Die Linke auf ein Szepter gestützt.
Nr. 14:
Heliotrop, Braunschweig, 2.–3. Jh. n. Chr.
AGD III Braunschweig Nr. 78; LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus 18*.
Nr. 15:
Heliotrop, Göttingen, 2. Jh.–3. Jh. n. Chr.
AGD III Göttingen Nr. 197 („3.–4. Jh. n. Chr.“);
LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus 16.

C. Stehend

Nr. 16:
Karneol, Kopenhagen, 1.-2.
Jh. n. Chr. Fossing, 1929 Nr. 1670 Taf. 19; LIMC VI (1992) Kronos 19*. Haupt verhüllt, Winzermesser in der Rechten, Szepter im der Linken.
Nr. 17:
Karneol, Kopenhagen, 2.–3. Jh. n. Chr. Fossing, 1929 Nr. 1657 Taf. 19;
LIMC VI (1992) Kronos 29*. Haupt unverhüllt, Winzermesser in der Rechten, die Linke auf ein Szepter gestützt, zwischen Mercur und Minerva.
Nr. 18:
Gelber Jaspis, München, 2./3. Jh. n. Chr..
AGD I 3, 1972, Nr. 2460 (E. Brandt). Haupt unverhüllt, Winzermesser in der Rechten, vor dem thronenden Jupiter (im Katalog als Ouranos gedeutet).
Nr. 19:
Karneol, Paris, Cabinet des médailles, ohne Abbildung. Chabouillet, 1858, Nr. 1407 „Saturne, debout le haut du corps nu, tenant de la main droite la harpé, ou faux à courte poignée. Cornaline. H 10 mill., L. 9 mill.“.

D. Bärtiger Kopf bzw. Büste mit verhülltem Haupt und Attribut

Nr. 20:
Achat, in Draufsicht rund, konvex, einst Slg. Baron von Gleichen, verschollen, 1. Jh. v. Chr. Lippert
1 II, 1756, 1, Nr. 1; Lippert2 I, 1767, Nr. 1; Tassie, Raspe, 1791, Nr. 750. Auf dem Kopf eine kleine Kugel, Attribut im „Harpunentyp“. Hier fig. 550
Nr. 21:
Granat (?), Evans Sealing, sheet 40,46, 1. Jh. v.–1. Jh. n. Chr. Middleton 1991 Nr. 195 “with a staff over his shoulder.” Ob dies ein Rest des Attributs im Harpunentyp ist?
Nr. 22:
„Smaragdplasma“, d. h. lauchgrüner Chromchalcedon, konvex, Berlin FG 9125, aus Slg. von Stosch, 1. Hälfte 1. Jh. n. Chr. Tassie, Raspe, 1791, Nr. 754; Cades, 1836, II E 2; Furtwängler, 1896, Nr. 9125.
Vorn Winzermesser. Furtwängler hat die Gemme unter die nachantiken Stücke eingereiht. Gertrud Platz-Horster bestätigt anhand des Originals meine Vermutung, dass sie antik ist51. Hier pl. VIII-5.

Pl. VIII-5. Büste des Saturnus, Intaglio, Chromchalcedon, Berlin, SMPK FG 9125 (Anhang D Nr. 22). Ph. J. Laurentius (E. Zwierlein-Diehl)

Pl. VIII-5. Büste des Saturnus, Intaglio, Chromchalcedon, Berlin, SMPK FG 9125 (Anhang D Nr. 22). Ph. J. Laurentius (E. Zwierlein-Diehl)

Nr. 23:
Gelber Jaspis, Kassel, 1. Jh. n. Chr.
AGD III 1970 Nr. 80; Gundel, 1992, p. 131, 268 Nr. 216; LIMC VIII (1997) Suppl., Planetae 42* (E. Simon), Saturnus 39 (F. Baratte). Verhüllte Büste des Planeten Saturnus mit Kugel auf dem Kopf, über Capricorn, sowie die anderen Planeten mit Zodia.
Nr. 24
Nicolo, 1967 von H. Seyrig in Beirut erworben, jetziger Aufbewahrungsort unbekannt, Horoskop für den 23. Juni 215 n. Chr. Das beste erhaltene antike Bild-Horoskop. Büsten aller 7 Planeten mit 7 Zodia als ihren „Häusern“, in der Mitte der Stier als Horoskop-Aszendent. Verhüllte Büste des Saturnus, hinten Attribut im „Harpunentyp“. Neugebauer, 1969; Gundel, 1992, p. 128 fig. 57, Nr. 173;
LIMC VIII (1997) Suppl., Planetae Nr. 38* (E. Simon).

E. Bärtiger Kopf mit verhülltem Haupt ohne Attribut

Die Inschrift „Kronos“ bei diesem Typus auf einer Theatermarke, LIMC VI (1992) Kronos 11, erlaubt die Benennung „Saturnus“, auch wenn außer der Verhüllung keine weiteren kennzeichnenden Attribute vorhanden sind.
Nr. 25:
Karneol, Florenz, 1. Jh. v. Chr. Tassie, Raspe, 1791 Nr. 10552 (Numa); Zwierlein-Diehl, 1986 Nr. 323; Platz-Horster 1989, p. 639 äußert Zweifel am antiken Ursprung, vgl. jedoch Nr. 21.
Nr. 26
Karneol, New York, 1./2. Jh. n. Chr.(?). Richter, 1956 Nr. 248.
LIMC VI (1992) Kronos 9*.
Nr. 27:
Kameo, Malachit, einst Slg. Cook, antik? Cook, Zeus III 933 fig. 777 (Zeichnung);
LIMC VI (1992) Kronos 10.

F. Sonderformen

Nr. 28:
Sard, London, The British Museum, wohl 2.
Jh. n. Chr.. Walters, 1926, Nr. 1675 Taf. 22 „[a] Saturn or Kronos[?], standing to front and looking to r.; sickle in l. hand; in r., a branch, which ist nibbled by a goat. He has a large mantle which passes over the back of his head, and is surmounted by a small calathos. [b] Goat standing on hind legs before a plant growing on a rock.“52.
Nr. 29:
Amethystfarbene Glasgemme, London, The British Museum. Walters, 1926, Nr. 3023, ohne Abbildung.
„Saturn[?], standing to front, and looking to l.; branch in l. hand, sickle in r., goat at feet“.
Nr. 30:
Keine Angaben über Material und Besitzer, spätes 1. oder 2. Jh. n. Chr. Cades Rom II E 6. Saturnus-Jupiter-Sol, stehend, mit Strahlenkrone, in Chiton, Ägis und Mantel, in der Rechten das Winzermesser, die Linke auf ein Szepter mit Knauf gestützt. Hier fig. 4.

Résumé long en français

Une intaille en cornaline trouvée dans le midi de la France de la collection de Sibylle Mertens-Schaaffhausen (1797–1857) est perdue, mais elle est connue par un moulage dans la dactyliothèque publiée à l’occasion de la vente aux enchères de cette collection (fig. 1, 2). L’image montre Saturne assis sur le trône dans le type de l’image cultuelle du temple sur le Forum Romanum. Dans sa main droite le dieu tient la faucille du type falx arboraria, et il porte la main gauche à la tête. Contrairement au modèle la tête n’est pas voilée. Cela signifie une assimilation au type similaire de Jupiter trônant, assimilation qui se trouve sur d’autres gemmes à Saturne (voir annexe B). Le style, classique linéaire, date du iie siècle après J.-C. L’inscription, écrite en lettres latines MYTHVNIM DD, a été gravée ultérieurement, mais probablement pas beaucoup plus tard que l’image. Parce que c’est une dédicace, elle est gravée dans le sens normal des aiguilles d’une montre sur l’original, c’est à dire destinée a être lue sur la gemme. À l’inverse, l’image est gravée comme sceau, la droite et la gauche correspondant à l’image que l’on voit à l’impression. Le premier mot de l’inscription est un nom punique latinisé, qui signifie “don des dieux”. Mythun(il)im dono dedit (ou dedit) ; cela veut dire que l’intaille était un présent de Mythun(il)im à une autre personne. L’omission de deux lettres est probablement la faute du graveur qui ne savait pas le punique. Ce n’est pas étonnant qu’un Punique choisisse l’image de Saturne : hors de Rome on vénérait Saturne surtout en Afrique du Nord où il était identifié avec le dieu suprême Baal (Leglay 1961, 1966). Sur les gemmes l’image de Saturne est rare. La raison probable en est la nature ambiguë du dieu qui peut non seulement aider mais aussi nuire. C’est pourquoi seulement des personnes, qui lui portaient une vénération spéciale, comme le Punique Mythun(il)im, ou des gens dont l’horoscope montrait le dieu dans une position favorable choisirent son image comme porte-bonheur.

Dans l’annexe ont été listées les gemmes à l’image de Saturne. Le plus fréquemment le dieu porte la falx arboraria, le grand couteau du vigneron (fig. 1, 2, 3, 4 et pl. VIII-5). Dans le mythe la falx ou harpé est l’instrument avec lequel Kronos-Saturnus mutile son père Ouranos ; à Rome elle peut également faire allusion à Saturne comme protecteur de l’agriculture, comme c’est le cas lorsqu’on voit ce même instrument dans la main de Silvanus. En d’autres cas l’attribut ressemble à un harpon (fig. 5, annexe D nº 20). Une étoile (fig. 3, annexe B nº 11) ou un globe sur la tête (fig. 5, annexe D nº 20) font allusion à Saturne comme dieu planète. Des images rares montrent Saturne comme dieu agraire avec une chèvre et un rameau, le modius sur la tête (annexe F nº 28 et 29). Singulière est l’image d’un numen mixtum de Saturne debout avec la faucille, l’égide et le sceptre de Jupiter ainsi que les rayons de Sol (annexe F nº 30, fig. 4).

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Notes

1 Mertens-Schaaffhausen, 1855, p. 65, mit Lithographien von Nikolaus Christian Hohe (1798–1868): Taf. I,1 u. 1a (Gemmenbild 1:1 und vergrößert), Taf. I 1b (Inschrift, hier richtig: MYTHVNIM).

2 Heberle, 1859, Nr. 123. Die Inschrift ist fehlerhaft wiedergegeben: Y und V sind vertauscht. Die Punkte hinter den beiden M und der Abstand vor TH sind nicht vorhanden.

3 Zur Biographie: Houben, 1935; Herbig, 1958; Kockel, Graepler, 2006, p. 102‑106 (Chr. Wittich, V. Kockel); Steidele, 2007.

4 Kockel, Graepler, 2006, Kat. 21 (Göttingen, Archäologisches Institut); Oehmke, 2006, p. 192 (Privatbesitz Neuss), ferner München, Münzkabinett; Erlangen, Archäologisches Institut; Köln, Historisches Archiv (Publikation durch die Verfasserin in Vorbereitung).

5 Zu den Formen des Attributes: Leglay, Histoire, 1966, p. 142‑146; Simon, 1990, p. 194. Zu den Formen der falx bzw. harpê: White, 1968, p. 72‑103, 183‑186; Schiering, 1968, H 155‑158.

6 Vgl. z. B. Guiraud, 1988, Nr. 1 pl. 1; Guiraud, 2008, Nr. 1093. Zum Stil: Guiraud, 1988, p. 50‑52. Guiraud, 2008, p. 64. Zwierlein-Diehl, 2007, p. 139. Konkordanzen der französischen, englischen, italienischen und deutschen Stil-Bezeichnungen: Zwierlein-Diehl, 1991, p. 11s.; Guiraud, 2008, p. 64s.

7 Vgl. AGD III, 1970, Kassel Nr. 50 u. 98; Henig, 1978, Nr. 297 pl. 10 et 40 (mit „third or fourth century A.D.“ wohl zu spät datiert). Häufiger als bei lateinischen ist diese Schreibweise bei griechischen Gemmeninschriften, z. B. AGD IV, 1975, Hannover Nr. 1673, Middleton, 1991, Nr. 29 und vielfach auf magischen Amuletten; Zur Form des T mit kurzer Querhaste z. B. Maaskant-Kleibrink, 1975, Nr. 860.

8 Mertens-Schaaffhausen, 1855, p. 68.

9 Braun, 1857.

10 Ipse (Iuppiter) sit Mutunus vel Tutunus, qui est apud Graecos Priapus (de civitate dei 4,11). Vgl. Herter, 1927; Der neue Pauly VIII (2000) s.v. Mutunus Tutunus (C. Robert III Philipps).

11 Friedrich, Röllig, 1970, p. 96‑97; Benz, 1972, p. 356‑357; Segert, 1976, p. 92.

12 Benz, 1972, p. 357.

13 Reynolds, Ward Perkins, 1952, Nr. 873 (zweimal).

14 Henkel, 1913, Nr. 380 Taf.19, Nr. 1017 Taf. 40 und p. 315, 318.

15 Sébastien Aubry, der eine Publikation von Inschriften auf Gemmen vorbereitet, danke ich für die Auskunft, dass auch er keine weiteren Beispiele kennt.

16 AGWien I 1973, Nr. 160; CIL I2 pars II, fasc. IV (1986) Nr. 3683 (H. Krummrey).

17 AGD III, 1970, Nr. 81; Höcker, 1987/88, Nr. 56; LIMC VIII (1997) Suppl. Genius 49* (Ilaria Romeo). Der sitzende Mercur (nicht Vulcanus) mit Caduceus (nicht Zange) hält in der aufgestützten Hand ein abundantes Attribut von unantiker Form (Hacke?). Der stehende Gott mit Hammer (Vulcanus) ist nackt statt mit Exomis bekleidet. Zum Füllhorn des Genius mit den fünf ovalen Früchten vgl. AG Wien III, 1991, Nr. 2597; zu den Köpfen dort Nr. 2571. Die angebliche Weihinschrift ist am Original linksläufig. Material und hohe Politur sind in der römischen Glyptik unüblich. Rüdiger Splitter danke ich für die Gelegenheit die Gemme zu betrachten.

18 Le Blant, 1898, Nr. 120–123; Marshall, 1907, Nr. 1634; Walters, 1926, Nr. 2697, 3712; AGD III 1970, Kassel Nr. 55; Gramatopol, 1974, Nr. 44; ThesCRA I (2004) 2d Dedications, Rom p. 410 Nr. 715, 716 (Mihai Bărbulescu); Boardman, 2009, Nr. 654.

19 Zu den Bedeutungen von D D auf Inschriften: Cappelli, 1961, p. 447.

20 Le Blant, 1898, Nr. 263, 267, 273, 274; Henkel, 1913, p. 312‑314; Ruseva-Slokoska, 1991, Nr. 177, 224, 226, 227, 230; Nagy, 2000; Guiraud, 2008, p. 38‑39.

21 Walters, 1926, Nr.1288 Taf. 18 = Nagy, 2000, p. 138 Nr. 4 = Boardman, 2009, Nr. 337. Marshall, 1907, Nr. 619 (mit Namen der Stifterin, Hermione, ohne Namen der Gottheit).

22 Tassie, Raspe, 1791, Nr. 630; Nagy, 2000, p. 135 fig. 2 (im Sinne des Originals), p. 138 Nr. 2 (St. Petersburg, Ermitage „A Hécate qui exauce les voeux, Pamphilos, fils de Tyrannos, l’Extraordinaire, suite à son voeu“).

23 Nagy, 2000 (roter Jaspis, Budapest, Privatbesitz: Ophelimus / ex viso numi/nis posuit).

24 Leglay, 1961, 1966; LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus p. 1083‑1089 (F. Baratte).

25 Zum Gott: Thulin, 1921; Albrecht, 1943; Latte, 1960, p. 254f.; Leglay, Histoire, 1966, p. 2‑10 (Schriftquellen), p. 449‑478 (Saturne romain); Krause, 1983, p. 3s.; Simon, 1990, p. 193‑199; Versnel 1993, chap. 3, Saturnus and the Saturnalia p. 136‑227; LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus (F. Baratte); Der neue Pauly Bd. 11 (2001) p. 116–118 s. v. Saturnus (A. Mastrocinque).

26 Zu den antiken Etymologien des Namens: Leglay, Histoire 1966, p. 450–452; Maltby, 1991, p. 546s.

27 Gundel, 1950, p. 2153s., 2159, 2161.

28 Thulin, 1921, p. 219; Versnel, 1997, p. 145 mit Anm. 46.

29 Gatz, 1967, p. 28‑40.

30 Albrecht, 1943, p. 24‑26; Gatz, 1967, p. 122–128, Versnel, 1997, p. 143.

31 Crawford, 1974, II p. 718s.

32 Albrecht, 1943, p. 25; Versnel, 1997, p. 143.

33 Fittschen, 1976, p. 208‑210.

34 Krause, 1983, p. 4‑12.

35 LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus, p. 1088.

36 Latte 1960, p. 255. Merkelbach 1971.

37 „Not a very common motif on Roman gems“ Maaskant-Kleibrink, 1978, zu Nr. 744. „Personnage peu souvent figuré“ Guiraud, 2008, zu Nr. 1079.

38 s. die Statistik bei Guiraud, 1988, p. 64 fig. 22.

39 Guiraud, 2008, zu Nr. 1079 (Anhang B Nr. 13).

40 White, 1967, Nr. 6 p. 86‑88, Nr. 13 p. 96‑97.

41 White, 1967, Nr. 12 p. 93‑96.

42 Vgl. Büste des Planeten Saturn auf Münzen von Alexandria, Zeit des Antoninus Pius: LIMC VIII (1997) Suppl. Saturnus 47 (= Zodiacus 19*) u. 55* u. p. 1088 (F. Baratte).

43 Leglay, Histoire, 1966, p. 256.

44 Fauth, 1995, p. 163s.

45 Vgl. z. B. die durch die Frisur der Frauen datierten Gemmen: AGWien II 1979, Nr. 1091; III 1991, Nr. 1654.

46 Seyrig, 1971, p. 357.

47 Leglay, Histoire, 1966, p. 234s.

48 d.h. Kopf im Profil, Oberkörper und Hüften mehr oder weniger stark in die Vorderansicht gedreht.

49 Widder beim afrikanischen Saturn: Leglay, Histoire 1966, p. 136-138; Monuments II, 1966, p. 357 (Index); LIMC VIII Suppl. Saturnus 86*, 125*, und p. 1089.

50 Für das Photo nach dem Lippert2 des Ashmolean Museums danke ich Claudia Wagner. Zu Steinform und Stil vgl. AGWien II, 1979, Nr. 1112; Weiß, 2007, Nr. 165.

51 Ich danke Gertrud Platz-Horster, für Diskussion, Photographie, Maße und Materialbestimmung, s. hier p. 179‑202. Die Saturnus-Köpfe Tassie et Raspe Nr. 751, 752, 753 (= Berlin FG 9124), 755 (= Berlin FG 9126), 756+757 halte ich nicht für antik, sie sind nach antiken Gemmen bzw. Münzen kopiert.

52 Marmorstatue, Tunis, Ende 2. Jh. n. Chr., Saturn mit Modius auf dem Haupt und Füllhorn: LIMC VIII Suppl. Saturnus 72; Saturn und Ziegen am Lebensbaum in Afrika: LIMC VIII Suppl. Saturnus 83*–84 und p. 1089.

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Table des illustrations

Titre Fig. 1. Thronender Saturn, Intaglio, Karneol, Lithographie im Seitensinn des Originals (Anhang B Nr. 10)
Crédits Nach Mertens-Schaaffhausen 1855, Taf. I 1a.
URL http://0-journals-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/pallas/docannexe/image/11141/img-1.jpg
Fichier image/jpeg, 824k
Titre Fig. 2. Thronender Saturn, Intaglio, Karneol, Abguß, Daktyliothek Mertens-Schaaffhausen (Anhang B Nr. 10)
Crédits Photo Bildarchiv für antike Plastik, Köln (Gisela Geng)
URL http://journals.openedition.org/pallas/docannexe/image/11141/img-2.jpg
Fichier image/jpeg, 884k
Titre Fig. 3. Thronender Saturn, Intaglio, verschollen, Cades Rom II E 3 (Anhang B Nr. 11)
Crédits Photo: Neg. DAI Rom 5062
URL http://0-journals-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/pallas/docannexe/image/11141/img-3.jpg
Fichier image/jpeg, 252k
Titre Fig. 4. Saturnus-Jupiter-Sol, Intaglio, verschollen, Cades Rom II E 6 (Anhang F Nr. 30)
Crédits Photo: Neg. DAI Rom 5062
URL http://0-journals-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/pallas/docannexe/image/11141/img-4.jpg
Fichier image/jpeg, 228k
Titre Fig. 5. Kopf des Saturnus, Intaglio, Achat, verschollen, Lippert2 I, 1767, Nr. 1 (Anhang D Nr. 20)
Crédits Photo Claudia Wagner.
URL http://0-journals-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/pallas/docannexe/image/11141/img-5.jpg
Fichier image/jpeg, 196k
Titre Pl. VIII-5. Büste des Saturnus, Intaglio, Chromchalcedon, Berlin, SMPK FG 9125 (Anhang D Nr. 22). Ph. J. Laurentius (E. Zwierlein-Diehl)
URL http://0-journals-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/pallas/docannexe/image/11141/img-6.jpg
Fichier image/jpeg, 155k
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Pour citer cet article

Référence papier

Erika Zwierlein-Diehl, « Intaglio mit Saturnus und Inschrift Mythunim »Pallas, 83 | 2010, 251-266.

Référence électronique

Erika Zwierlein-Diehl, « Intaglio mit Saturnus und Inschrift Mythunim »Pallas [En ligne], 83 | 2010, mis en ligne le 01 octobre 2010, consulté le 23 mai 2024. URL : http://0-journals-openedition-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/pallas/11141 ; DOI : https://0-doi-org.catalogue.libraries.london.ac.uk/10.4000/pallas.11141

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Auteur

Erika Zwierlein-Diehl

Institut für Kunstgeschichte und Archäologiem Universität Bonn, Klassische Archäologie
zwierlein-diehl[at]uni-bonn.de

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Droits d’auteur

CC-BY-NC-ND-4.0

Le texte seul est utilisable sous licence CC BY-NC-ND 4.0. Les autres éléments (illustrations, fichiers annexes importés) sont « Tous droits réservés », sauf mention contraire.

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